An mich wenden sich Menschen, bei denen es im Beruf gerade nicht so gut läuft. Und immer spielt die Angst vor Arbeitslosigkeit eine Rolle. Warum du keine Angst haben solltest und wie du die Zeit #zwischenzweijobs (*Credits siehe unten) gut nutzen kannst, erfährst du in diesem Blogbeitrag.
Was geht dir durch den Kopf, wenn du daran denkst, möglicherweise arbeitslos zu werden?
Die meisten Menschen, mit denen ich über dieses Thema spreche, haben sehr spontan viele negative Assoziationen.
Am häufigsten werden wirtschaftliche Nachteile genannt, dicht gefolgt von negativen Auswirkungen auf die zukünftige Karriere. Auch ein Ansehensverlust spielt oft eine Rolle, bis hin zu konkreten Ängsten als Versager und Looser dazustehen.
Bisher ist mir noch nie jemand begegnet, der spontan positiv auf die Aussicht reagiert hat, bald arbeitslos zu sein.
Und tatsächlich fühlt sich Arbeitslosigkeit für die allermeisten auch wirklich total mies an. Zumindest eine Zeit lang.
Das ist soweit normal, definieren wir uns in unserer Gesellschaft doch sehr oft und intensiv über den Job. Aktuell keinen Job zu haben ist eben eine Abweichung vom Normal.
Wenn du neue Leute kennenlernst und dich jemand fragt, was machst du so? Ja, dann antwortest du halt wirklich nicht gerne „Ich bin gerade arbeitslos.“ Und auch mit Freunden, ja sogar in der Familie, reden viele nicht gerne darüber.
Das Thema Arbeitslosigkeit ist -leider- immer noch ein schambesetztes Tabuthema.
Dass Arbeitslosigkeit auch eine große Chance birgt, ist für viele zunächst eine vollkommen absurd erscheinende Vorstellung. Trotzdem kann genau dies der Fall sein und gar nicht so selten erlebe ich, dass meine Kund:innen diese Phase #zwischenzweijobs hinterher sehr positiv bewerten.
Arbeitslosigkeit als Chance
Dir ist vielleicht schon aufgefallen, dass ich hier von der Phase #zwischenzweijobs spreche.
Damit diese Phase zum einen möglichst kurz bleibt und zum anderen möglichst positiv verläuft, kannst du sehr viel beitragen.
Doch worin liegen denn eigentlich die Chancen?
Altes hinter sich lassen
Zum einen höre ich nicht selten, dass in der Zeit vor der Arbeitslosigkeit im alten Job schon viel nicht mehr positiv bewertet wurde. Manche meiner Kund:innen sind sogar recht bald froh, den alten Job endlich hinter sich lassen zu können. Oft fragen sie sich dann, warum sie eigentlich nicht schon viel früher den Absprung gewagt haben.
Wenn du wissen möchtest, warum Menschen in einem verhassten Job bleiben, lies hier meinen Blogartikel zu diesem Thema.
Endlich mein Traumjob
Die Chance liegt also darin, einen neuen Job zu finden, der besser zu dir und deinen aktuellen Werten sowie Vorstellungen von einem erfüllenden, zufriedenstellenden Job passt, als dein bisheriger.
Und weil du den Job gezwungenermaßen wechselst, musst du dich nicht mehr auf den Weg machen, du wurdest ja schon ins kalte Wasser gestupst.
Ob du einen Ortswechsel realisieren, mehr Tage im Homeoffice arbeiten, endlich Teilzeit, nicht mehr zwei Stunden pendeln oder mal was ganz anderes machen willst, jetzt besteht die Chance, genau das anzugehen.
Zeit für Reflexion und strategische Planung
Was Traumjob bedeutet, ist für jeden etwas anderes. Und oftmals erlebe ich, dass Kund:innen während unserer Zusammenarbeit Ideen entwickeln, die unterbewusst schon länger in ihnen gärten, aber bisher nie das Licht der Welt erblickt haben.
Dein großer Vorteil – während einer Arbeitslosigkeit kommst du endlich aus dem Hamsterrad deines gewohnten Trotts raus und hast Zeit, dich mit dir selbst sowie deinen Vorstellungen von Leben und Arbeiten auseinander zu setzen.
Diese neu gewonnene Freiheit kann sehr beflügeln, solche Ideen zu durchdenken und sie schließlich anzugehen.
Darüber hinaus ist die Suche nach einem neuen Job in den seltensten Fällen ein Selbstläufer. Es kostet einfach Zeit und Energie. Dies parallel zu einer bestehenden Tätigkeit zu bewältigen, ist für viele schwierig.
Oftmals scheitert der gewollte Jobwechsel genau hier: es fehlt die Zeit, die notwendigen Dinge zu tun.
Während einer Phase der Arbeitslosigkeit hast du genau diese Zeit. In Wahrheit bist du auch nicht arbeitslos, denn es macht ja jede Menge Arbeit, einen neuen Job zu suchen. Das ist jetzt dein aktueller Job in der Phase #zwischenzweijobs. Konzentriere dich darauf und betreibe es mit der gleichen Ernsthaftigkeit wie deinen bisherigen Job.
Meist braucht es etwas Planung und eine strategische Herangehensweise, vergleichbar mit einem Projekt, welches über mehrere Monate läuft. Diese Planung sowie die Entwicklung einer Strategie parallel zu einer bestehenden Tätigkeit zu leisten ist oft nur schwer darstellbar. Umso besser, wenn du dich darauf konzentrieren kannst.
Abschied nehmen, Trauer überwinden
Manche meiner Kund:innen haben im alten Job miese Sachen erlebt. Von unmöglichen Arbeitszeiten oder extremen Anforderungen über Ungerechtigkeiten bis Mobbing.
Viele Trennungsprozesse laufen alles andere als freundlich und friedlich ab. Es braucht etwas Zeit, diese Verletzungen zu verarbeiten und wieder zu einem gesunden Selbstwert und alter Souveränität zurückzufinden.
Mit Gefühlen wie Wut, Verbitterung und Frust in Bewerbungsgespräche zu gehen ist keine gute Idee. Es braucht schon viel Selbstdisziplin in einer überwiegend als aufregend und anstrengend empfundenen Bewerbungssituation diese Empfindungen beiseite zu schieben. Führungspersonen und Personalmitarbeitende im Zielunternehmen spüren das unter Umständen und manchmal führt das zu einer Absage.
Besser ist es die Zeit zu nutzen, Vergangenes hinter sich zu lassen und mit einer positiven, souveränen und gewinnenden Haltung in Gespräche gehen zu können.
Weg hier ist keine gute Motivation
Viele meiner Kund:innen wissen sehr schnell, warum sie da, wo sie aktuell arbeiten, nicht mehr arbeiten wollen. Wenn ich aber danach frage, was sie genau zu dem Unternehmen zieht, bei dem sie sich gerade bewerben, wird es oft still und dünn.
Ich habe selber viele Bewerbungsgespräche als Personaler geführt und Kandidat:innen im Gespräch gehabt, die bei der Frage warum sie für mich arbeiten wollen keine Antwort wussten. Eingestellt habe ich davon niemanden.
Als Führungsperson möchte ich im Interview wissen, warum du für mich arbeiten möchtest, warum genau die Aufgabe dich reizt, was du am Unternehmen spannend findest und welchen Mehrwert du dem Unternehmen lieferst.
Warum du da, wo du jetzt bist, nicht mehr sein willst ist nebensächlich. So gerechtfertigt deine Gründe auch sind, für das neue Unternehmen spielen sie keine Rolle.
Darüber hinaus kommt es nie gut an, wenn du über deinen alten Arbeitgeber schlecht sprichst. Denn dann nehme ich als neuer Arbeitgeber an, dass du später auch über mich schlecht sprechen wirst.
Wissen und Fähigkeiten ausbauen
Zum anderen kannst du die Zeit #zwischenzweijobs sinnvoll nutzen, indem du dein Wissen und deine Fähigkeiten erweiterst.
Manche meiner Kund:innen stellen im Laufe ihres Bewerbungsprozesses fest, dass sie bei bestimmten Themen den Anschluss verpasst haben. Andere haben sehr lange keinerlei Weiterbildung mehr absolviert. Wieder andere erwägen einen Wechsel des Aufgabenbereichs oder der Branche, wollen irgendwo anders quer einsteigen und stellen fest, dass in den Stellenausschreibungen Wissen oder Fähigkeiten gefordert werden, die sie in ihren bisherigen Jobs nicht erworben haben.
Und dann gibt es auch noch die Fälle, wo neues Wissen und neue Fähigkeiten dir den Einstieg in völlig neue Bereiche ermöglichen, die gerade sehr gefragt sind. Aktuell wäre das zum Beispiel das Thema KI.
In all diesen Fällen kann eine Weiterbildung helfen, die Chancen auf einen Jobwechsel signifikant zu erhöhen.
Die Agentur für Arbeit fördert solche Weiterbildungen sogar finanziell, Stichwort: Bildungsgutschein.
Neben einer normalen Berufstätigkeit wäre es deutlich aufwändiger, sich nebenbei neues Wissen und Fähigkeiten anzueignen. Finanzieren musst du das dann in der Regel auch selber. Die Chance liegt also darin, die Zeit konzentriert für eine Wissenserweiterung zu nutzen.
Auch eine Pause ist in Ordnung
Vermutlich ist das hier die Chance, die viele gerne nutzen wollen, aber es nie offen sagen würden.
Trotzdem finde ich, dass es ein wichtiger Aspekt ist. Mal nicht jeden Morgen um 6:00 Uhr aufstehen, jeden Tag 2 Stunden pendeln …
Wer fände das nicht schön?
Vielleicht ist auch eine langersehnte Reise jetzt mal möglich. Oder regelmäßig Sport treiben, ein (Fach-) Buch lesen, Dokumentationen schauen, alte Kontakte pflegen und erneuern, Zeit mit dem Partner, der Partnerin verbringen …
Insbesondere wenn die Trennung vom alten Arbeitgeber stressig war, führen solche Aktivitäten schneller dazu, dass du wieder in einen Modus gelangst, den ich als „bewerbungstauglich“ bezeichnen würde.
Gerade Bewegung, vor allem draußen und an der Luft, am besten noch im Wald, helfen, emotionale Belastungen hinter sich zu lassen und offen für Neues zu werden. Darüber hinaus steigern sie die Kreativität und das hilft dir ebenfalls bei der Suche nach einem neuen Job.
Mein Fazit
Du kannst einiges tun, um deine Bewerbungsaktivitäten strategisch gut zu planen und deine Bewerbungstauglichkeit zu erhöhen. Du kannst die Phase #zwischenzweijobs nutzen um neues Wissen und neue Fähigkeiten aufzubauen.
Unterm Strich führt das sehr wahrscheinlich dazu, dass du schneller wieder in einem neuen Job erfolgreich bist.
Wenn du noch weiteren Input zum Thema suchst, hör gerne mal in den LVQ Podcast „Du bist mehr als dein Lebenslauf“ rein. Hier findest du die Folge: Arbeitslosigkeit – Stigma oder Chance?
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Gemeinsam finden wir heraus, wie du deine Ziele erreichen kannst.
Verfasst / Aktualisiert am:
11.02.2025
Bildnachweis:
Christian Brackelmanns
*Credits to LVQ, Lars Hahn & Martin Salwiczek für die Wortschöpfung #zwischenzweijobs